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Die Freuden der Globalisierung

Tue, 16. Mar 2010

So langsam, fast zehn Jahre später, kommt mir der Gedanke, dass Naomi Klein vielleicht doch Recht hatte. Globalisierung taugt nur begrenzt. Globalisierung taugt jedenfalls DANN nicht, wenn man ein Problem mit einem Produkt eines hochgradig globalisierten und globalisierenden Konzern hat.

Mir geht das im Moment mit einem Security Produkt von SafeNet so. SafeNet Inc. ist vergleichsweise grosser Konzern, der aber offenbar völlig mit der Steuerung der eigenen Organisation überfordert ist.

Das vergleichsweise simple Problem, eine fehlgeschlagene Aktivierung des Produktes, führte jedenfalls zu einer Telefon-Odyssee.

  • Bochum: “Uhm. Wir würden gerne, aber … rufen Sie doch mal in München an.”
  • München: “Öh. Neee, das … uh. Da müssten Sie mal den EMEA Support anrufen.”
  • Surrey, UK: “I see … no, we do not support this product in Europe, you need to talk to our american colleagues.”
  • Maryland, USA: krrzzzlll … blip .. redirect.
  • Chennai, Indien: “How can I help you?”

Der indische Kollege war mit Abstand der freundlichste, was möglicherweise auch daran liegt, dass er von allen Beteiligten das beste Lokalwetter hat. Helfen konnte er mir leider nicht, da das Problem offenbar von seinem elektronischen Support-Formular nicht erfasst werden konnte.

Und so bleibt das Problem für heute ungelöst. Ob man wohl vor 150 Jahren jemanden auf Geschäftsreise geschickt hätte, um sich der Sache vor Ort anzunehmen? In dem Fall hätte man vielleicht noch irgendwas in Südamerika, Australien und Nord-Ost China dazu nehmen sollen.

DANN hätte sich die Globalisierung vielleicht sogar gelohnt. Zumindest für den Reisenden.

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Freunde kann man sich aussuchen…

Fri, 5. Mar 2010

…. die Familie nicht. So sagt man.

Dumm ist, wer beides verwechselt. So ging es mir mit meiner Raid-Gilde. Naja, eine Gilde war es eigentlich nicht mal, da sich die Hälfte des Raids, allen voran der Raidleiter, nicht aufraffen konnte, aus dem alten Raidbündnis aus Zeiten, zu denen man noch 40 Leute brauchte, endlich mal eine Gilde zu machen. Eigentlich hätte mir schon dieses zögerliche Festhalten an historischen Begebenheiten eine Warnung sein können. Aber dennoch habe ich EPU tatsächlich ein bisschen als meine “Online-Familie” gesehen. Wenig verwunderlich, wenn man bedenkt, wieviel Zeit wir zusammen verbracht haben.
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Ick kann jar nich soville fressen…

Wed, 24. Feb 2010

… wie ick kotzen möchte.

Das soll ja bekanntlich Max Liebermanns Kommentar zur Machtergreifung der Nazis gewesen sein. Und das bringt es sehr schön (inhaltlich, nicht bildlich) auf den Punkt.

Mir geht es regelmäßig ähnlich, wenn ich Politikerkommentare lese. Vorzugsweise zu Themen, von denen sie absolut nichts verstehen, wobei diese Aussage ja nun wirklich keine Einschränkung darstellt.

So erdummdreistet sich bspw. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) tatsächlich derartiges von sich zu geben:

“Als Verbraucherschutzministerin ist mir der Schutz privater Daten, der Schutz der Privatsphäre der Bürger ein wichtiges Anliegen.”

So weit – so gut. In der restlichen Pressekonferenz schießt sich sich dann mit enorm wichtigen Forderungen auf Googles Streetview ein:

Die zulässige Aufnahmehöhe muss auf 1,80 Meter reduziert werden. Nur so kann der Schutz der Privatsphäre unserer Bürger gewährleistet werden.

Das ist alles? Sonst ist alles OK? Die alten Bilder einer Fassade, wie sie jeder Fussgänger besser machen könnte sind ehrlich unser grösstes Datenschutzproblem?

Bei dieser Dreistigkeit fehlen mir echt die Worte.

Wo war diese Ilse Aigner, als die Vorratsdatenspeicherung beschlossen wurde (CDU/CSU: 190x Ja, 4x Nein, 30x Enthaltung)?

Wo war diese Ilse Aigner, als die Bundesregierung gestohlene Steuerdaten gekauft hat?

Wo ist diese Ilse Aigner, wenn Internetprovider willfährig die Verbindungsdaten ihrer Kunden an Raubanwälte zum Zweck von Massenabmahnungen übermitteln?

Achja, was frage ich so blöd. Da steht es ja. “Auch heute noch nimmt Ilse Aigner, trotz vieler politischen Verpflichtungen, rege am heimatlichen Vereinsleben teil.”

Weniger Dirndl, mehr Denken. Bitte. Danke. Ich glaube, als Ilse Aigners Arbeitgeber kann ich das verlangen.

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Rückblickend…

Sun, 30. Aug 2009

…möchte ich da mal ein paar Dinge ergänzen:

Zunächst: Sehr gefreut habe ich mich über diesen Kommentar – wie dort schon geschrieben … es fällt mir äußerst schwer, dem noch eine Pointe hinzuzufügen. Ich empfehle: Kommentar zuerst lesen, dann hochscrollen zum kommentierten Blogeintrag.

Deweiteren: Stefan hat dankenswerterweise die süddeutsche Ausprägung der Kreativität in Sanitärbetrieben dokumentiert:

Your Shit ...

Auf diesem Sektor gibt’s aus der Hauptstadt derzeit nichts Neues — aufgefallen ist mir lediglich ein anderes Unternehmen mit einem deutlich sympathischeren Werbespruch:

Werner's Sport

Über den Apostroph will ich gnädig hinwegsehen, zumal es in diesem Fall sogar strittig ist, ob man dort nicht neuerdings (wieder) tatsächlich das kleine Häkchen des Anstosses verwenden dürfte.

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Schäuble Update

Sun, 21. Jun 2009

Die Sache mit dem Anagramm habe ich ja damals direkt geblogt. Und sogar der Titanic geschickt.

Dass es nun auf einem T-Shirt gelandet ist, wusste ich allerdings bisher nicht.

Vielleicht sollte ich doch auf die dunkle Seite der Urheberrechtsmafia wechseln… ;-)

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Ruhe in Frieden.

Fri, 19. Jun 2009

Artikel 5 - Ruhe in Frieden

Ich bin in letzter Zeit ein wenig blogfaul gewesen — weshalb wohl auch in dieser Sache keine besonders kreativen Leistungen zu erwarten sind.

Allerdings haben die Jungs und Mädels des Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur) die Tragödie aus Dummheit, Lobbyismus, Machthunger und Ignoranz sehr schön auf den Punkt gebracht. Vielmehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Ich werde mal versuchen, irgendwo eine Kopie dieser Webseite zu verstecken. Dann kann ich später wenigstens sagen:

“Naja, so richtig aktiv war ich auch nicht. Aber wenigstens ein bisschen gebloggt habe ich damals. Als es noch legal war.”

Es bleibt also zu hoffen, dass die Piratenpartei die Zulassung zur Bundestagswahl schafft. Wer jetzt traurig abwinkt, möge sich bitte an Die Grünen aus den späten 70ern bzw- frühen 80ern erinnern. Noch ist es nicht zu spät.

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Sie wollen es “schön” haben?

Fri, 8. May 2009

Jaja, ich war so “früh” morgens mit dem “höher” Einstellen der “Auflösung” der komischen Handycam, “Kaffee” trinken und auf den Verkehr “achten” überfordert.

Zu “viele” Anführungsstriche?

Da geht noch was:

Malermeister

Ja, es ist ein bisschen schwer zu erkennen, aber da steht wirklich:

Sie wollen es “schön” haben  Ich helfe “Ihnen” dabei!

Was treibt jemanden dazu, aus einer simplen Werbebotschaft eine zynische Drohung zu machen??

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Parkhaus zu klein? Draussen parken!

Thu, 4. Dec 2008

Die “Hallen am Borsigturm” sind ja quasi direkt nebenan, Also, direkt neben dem Büro. Das Parkhaus da hat nach eigenen Angaben 1.600 Stellplätze — was für diesen A-Klasse Fahrer (ja, sah so aus als sei da irgendein Typ gefahren, die “haha, war bestimmt ne Frau”-Sprüche können also getrost steckenbleiben) wohl nicht ausgereicht hat:

“Witzigerweise” genau gegenüber der Ausfahrt aus unserem Parkhaus. Oder eben auf dem Weg zum Einkaufszentrum (“Mal eben noch n Liter Milch holen. Ups. Wieso fällt mir ein Auto auf den Kopf?”).

Tja, alles in allem muss man ja wirklich sagen, dass er noch Glück gehabt hat. Oder er übt noch. Den gleichen Stunt aus der achten Etage (oder höher) stelle ich mir schwieriger vor. ;-)

Wie schnell muss man eigentlich sein, um komplett durch diese eigentlich recht massiv wirkende Stahlkonstruktion zu brechen? Und, was fast wichtiger ist, wie verdammt blöd erst?

(Das obere Foto hat ein Kollege nur kurz danach aufgenommen, für das untere bin ich *hihi* extra nochmal selbst gucken gegangen ….)

Update: Ja, ihr habt Recht — das gehört ins Failblog. Hingeschickt habe ich es, mal sehen, ob sie es auch veröffentlichen.

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Die neuen EC-Karten der Berliner Sparkasse

Mon, 15. Sep 2008

Die Berliner Sparkassen haben ihre Kunden bisher lediglich damit gequält, dass ihre Geldautomaten die EC-Karten unbedingt mit dem Magnetstreifen nach oben haben wollten. OK. War neu für mich, aber durchaus machbar. Zumindest wusste ich: “Wenn ich meine HVB-Karte da falschrum reinstecke, wird’s schon irgendwie gehen!”

Offenbar konnten aber noch zu viele institutsfremde Nutzerinnen und Nutzern trotz dieser Hürde erfolgreich Geld an einem Automaten der Berliner Sparkasse abheben. Daher werden sie also nun die Spielregeln verschärfen und an ihre eigenen Kunden einfach neue EC-Karten ausgeben!

Eine offizielle Pressemitteilung dazu konnte ich noch nicht finden, aber auf einem Geldautomaten (Berlin Tegel) ist schon zu sehen, wie die neuen Karten aussehen werden:

Wichtigste Neuerung dabei: Der Magnetstreifen bleibt zwar auf der Rückseite, befindet sich aber nicht mehr (wie bisher) waagerecht im oberen Bereich sondern senkrecht auf der linken Seite. Als Besitzer einer handelsüblichen Karte guckt man da natürlich zunächst ein bisschen sparsam.

Die neuen EC-Karten sollen also in etwa so aussehen:

Liebe Berliner Sparkasse: Ihr seid ja eigentlich sowas wie Banker, da muss man euch das vielleicht nachsehen. Aber selbst die Bundesagentur für Arbeit spricht für den August 2008 von 3.196.000 Arbeitslosen.

Seid ihr WIRKLICH sicher, dass da niemand (m/w) bei ist, dessen räumliches Vorstellungsvermögen knapp oberhalb von ‘mangelhaft’ liegt??

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Nur für Doofe.

Wed, 20. Aug 2008

Das optimale Produkt. “Verkauf nur an Doofe” — das perfekte Geschäftsmodell. Man muss nur etwas finden, was jeder Doofe unbedingt haben will. Nein, ich meine nicht Ed Hardy T-Shirts. Hmm. Wobei — ganz offenbar bin ich nicht der Erste, der diese Geschäftsidee hatte.

Ist ja auch naheliegend — da in nahezu allen Industrienationen die Notwendigkeit des täglichen Überlebenskampfes entfallen ist und vor allem Leute, die zu blöd waren rechtzeitig einen Schritt zur Seite zu machen (ich bitte das metaphorisch zu sehen — nicht dass mir nachher wieder Klagen kommen!) auch nicht mehr von wütenden Sauriern aus dem menschlichen Genpool radiert werden, kann eigentlich keine Idee mehr blöd genug sein, als dass es nicht faszinierend viele Leute gäbe, die ihr begeistern zujubelten.

Während die einen sich also zaghafte Elitepartner-Nachrichten schreiben und darüber sinnieren, ob ein Mensch, der noch nie im April in der Toscana gewesen ist, wirklich ein Partner fürs Leben werden könnte, wird bei den anderen die Bild-Zeitung weggelegt und unter den wachsamen Augen von Barbara Salesch & Co drauflos gevögelt (wobei die Schilderung des genauen Ablaufs sowie der emotionalen Beziehungen aller Beteiligten untereinander dann wenig später bei eben jenen “& Co.” in einfachen Worten für die restliche Horde der Blöden nochmals breitgetreten wird).

OK, bisschen Stammtischniveau muss ja auch mal sein. Aber so ähnlich wird’s letztlich wohl laufen. Fürchte ich.

Der einzig positive Aspekt ist: Die Quelle der Blödheit wird nie versiegen. Nie. NIE. Und das bedeutet, dass es immer etwas geben wird, worüber man bloggen könnte. Also, worüber ICH bloggen könnte, in diesem Fall.

Und das wiederum hat mich dazu bewogen, eine neue Kategorie einzuführen: “Extreme Blödheit der Woche“. “Extremismus der Woche” wäre auch hinreichend gewesen, aber ich wollte es wirklich deutlich machen.

Ich habe zwar ein paar ältere Beiträge bereits einsortiert, aber den eigentlichen Anfang in dieser Kategorie darf eine ganz spezielle Gruppe von Menschen machen:

Die Anti-Spezieszisten.

So müssten sie eigentlich heissen. Glaube ich. Einige von denen haben sogar eine Webseite gebaut: anti-speziesismus.de. Geht doch ganz geschmeidig über die Lippen.

Dort lesen wir Dinge wie: “Speziesismus beschreibt kurz gesagt die Diskriminierung und Ausbeutung eines Individuums aufgrund seiner Artenzugehörigkeit.”. Ahja. Die Seite ist jedenfalls ganz grosses Betroffenheitskino:

“Dabei rückt völlig in den Hintergrund, dass “Fleisch” und “Wurst” einmal lebende Individuen waren, die wie wir Menschen den Wunsch nach Freiheit und Unversehrtheit hegten.”

“Ein Mord bleibt ein Mord, egal von wem und wie er begangen wird. Ein Mord relativiert sich nicht dadurch, ob die Mordopfer nun vollständig, teilweise oder gar nicht betäubt wurden. (…) Unsere Gesellschaft ist speziesistisch geprägt, dem trägt auch das Gesetz Rechnung, indem es Mord ausschließlich auf Menschen bezieht (…) Betrachten wir die für einen Mord charakteristischen Merkmale, fällt schnell auf, dass eine große Übereinstimmung mit den Motiven ein Tier zu schlachten besteht.”

Und so weiter, und so weiter …. Fleisch, Milch, Eier, Leder, Zirkus, Haustiere — alles “Brennpunkte” für die selbsternannten Anti-Spezieszisten. Aber unterhaltsam ist es allemal.

Tipp: Trefft euch mit Freunden zum Kochen (“Hmmm, und was nehmen wir zu dem Rind?” — “Wir haben diese Woche Lamm im Angebot!”) und wechselt euch beim Vorlesen dieser Betroffenheitsorgie ab!

Viel Spass (und nicht vergessen: Rind muss innen noch kühl, Lamm darf auf jeden Fall noch rot sein!) ;-)

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